Geld spielt – oft zum Leidwesen des Kirchenvorstands und aller Mitarbeitenden – eine vordringliche Rolle im Gemeindeleben. Und zwar deshalb, weil es von Jahr zu Jahr weniger wird. Denn die Zahl derer, die weniger oder keine Kirchensteuer mehr bezahlen, wird immer größer.
In dieser und weiteren Folgen möchten wir zeigen, was mit Kirchensteuern und freiwilligem Kirchgeld – Ihrem Geld – passiert.
Zum Beispiel: Gemeinsame Jugendarbeit
Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen genießt einen guten Ruf und wird von vielen als unentbehrlich angesehen. In der evangelisch-reformierten Gemeinde geschieht sie unter anderem in Form der Gemeinsamen Jugendarbeit am Gröchteweg.
Die Stadt Bad Salzuflen, die evangelisch-lutherische Gemeinde und die evangelisch-reformierte Gemeinde haben sich zusammen gefunden, um eine pädagogisch qualifizierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Gerade am Obernberg erscheint dies sinnvoll, da verschiedene Milieus aufeinander prallen: Kinder und Jugendliche aus reichen und armen Haushalten, aus zugewanderten und schon länger in Bad Salzuflen beheimateten Familien.
Seit September hat Diakon Christian Kießling die Stelle von Diakon Andre Stitz übernommen. Die Konzeption, nach der er arbeitet, hat sich bewährt: An drei Tagen bietet er einen Offenen Kinder- oder Jugendtreff im Gemeindezentrum an der Auferstehungskirche an. Daneben gibt es Gruppen, die verbindlicher und regelmäßiger zusammen kommen und die dafür auch das Calvin-Haus nutzen. Getragen wird die Arbeit nicht nur vom Diakon als Leiter, sondern von einem ganzen Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie von Honorarkräften.
Wie wird diese Arbeit finanziert?
Die Stadt Bad Salzuflen hat sich in einer Vereinbarung aus dem Jahr 2002 verpflichtet, 30 Prozent der Personalkosten zu tragen, die für eine vollzeitbeschäftigte sozialpädagogische Fachkraft aufzubringen sind. Dafür erwartet sie, dass das Jugendzentrum mindestens 15 Stunden pro Woche geöffnet ist und dass die Arbeit dokumentiert wird. Die beiden Kirchengemeinden teilen sich die verbleibenden 70 Prozent der Personalkosten.
Die Kirchengemeinden übernehmen außerdem sämtliche Betriebskosten, die mit der Nutzung der Gebäude zusammenhängen, und stellen das nötige Inventar bereit.
Die übrigen Sachkosten werden zwischen der Stadt und den Kirchengemeinden aufgeteilt. Die Stadt gibt dabei einen festen Zuschuss von 11.000 Euro pro Jahr für Honorarzahlungen, Büroaufwand, Lebensmittel, Bastelmaterial usw.
Der Eigenanteil, den die evangelisch-reformierte Gemeinde erbringen muss, wird in jedem Jahr neu berechnet. Für das Jahr 2009 rechnet der Kirchenvorstand der Gemeinde mit Ausgaben in Höhe von 18.000 Euro. Das sind etwas weniger als 10 Prozent der erwarteten Kirchensteuer-Einnahmen. Durch die Kirchensteuer, die Sie zahlen, oder durch Spenden, die Sie an die Gemeinde geben, unterstützen Sie die Gemeinsame Jugendarbeit. Sie ermöglichen damit,
- dass Kinder und Jugendliche Anerkennung erfahren,
- verständliche und verlässliche Regeln einüben,
- einen Freiraum ohne Leistungsdruck erleben,
- in neue Beziehungen neben der Familie hineinwachsen,
- Verantwortung übernehmen, sich sozial engagieren
- und den christlichen Glauben kennen lernen und leben.
PS: Diakon Christian Kießling wird am Ostermontag um 10 Uhr in der Auferstehungskirche in sein Amt eingeführt.



Gut angelegt oder: Wo bleibt die Kirchensteuer?




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