Im Rahmen des Diakonie-Gottesdienstes wurden in der Stadtkirche zwei Mitarbeiterinnen verabschiedet: Edeltraud Nickel, 21 Jahre lang Mitarbeiterin im Friedhofsamt der Gemeinde, und Edeltraud Bräunig, über viele Jahrzehnte in vielen Ämtern engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin.
In einer Dialogpredigt wiesen Pfarrerin Martina Stecker und Kirchenvorstandsvorsitzender auf die Gemeinsamkeiten zwischen Diakonie und Friedhofsbetrieb hin.
Zwar habe Jesus gesagt, dass »die Toten die Toten begraben sollten«, doch gehe es bei der Organisation einer Beerdigung ja nicht ausschließlich um den Toten, sondern auch und vor allem um die Angehörigen und Freunde, um seelsorgerliche Hilfe an den Lebenden zur Trauerbewältigung und zur Schaffung eines ehrenden Andenken.
Beide Mitarbeiterinnen hätten sich weit über das übliche Maß auch seelsorgerlich in ihren Aufgabenbereichen engagiert, seien Hilfe- und ratsuchenden immer verlässliche Ansprechpartnerinnen gewesen. Die Kirchengemeinde sei ihnen zu großem Dank verpflichtet, so Neuper weiter.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kanorin Waltraud Huizing, dem Vokalensemble SAT-B sowie Claudia Nickel, die ihrer Mutter gemeinsam mit einer Freundin ein Danklied sang.
Edeltraud Nickel
Fast 21 Jahren lang arbeitete Edeltraud Nickel in der Verwaltung der Stadtkirchengemeinde. Zu Beginn ihrer Tätigkeit war sie zusammen mit Gudrun Prüßner in der allgemeinen Verwaltung tätig. Damals war Christa Heseker noch im Friedhofsamt.
Als 1994 Anke Nolte den kompletten Bereich der allgemeinen Gemeindeverwaltung übernahm, erhielt Edeltraud Nickel die Zuständigkeit der Friedhofsverwaltung. Seitdem arbeitete sie für den gemeindeeigenen Friedhof an der Herforder Straße und kümmerte sich um dessen Verwaltung.
Anfang der 90er Jahre waren Erdbestattungen noch an der Tagesordnung und der Friedhof war gut „ausgelastet“. Im Laufe der Jahre änderte sich die Bestattungskultur: Es gab immer mehr Urnenbeisetzungen, und seit einiger Zeit werden Bestattungen auf dem Friedwald, in anonymen Urnengräbern sowie in Urnenwänden angeboten.
Auf dem Friedhof an der Herforder Straße gibt es bisher nur Erd- und Urnenbeisetzungen. Damit der gepflegte und gut angelegte Friedhof weiterhin diesen Standard halten kann, sind weitere Überlegungen notwendig, die auch das Bewusstsein für die Sterbekultur schärfen sollen.
Auf die Frage, ob es besonders schöne Momente in ihrer Berufszeit gab, antwortet Edeltraud Nickel, dass sie ihren Beruf als schön und erfüllend empfunden hat, ein Stück weit Berufung nach dem Motto: „Freude geschenkt – Freude empfangen“.
Schön waren freundliche Rückmeldungen von Angehörigen Verstorbener. Meist bekommt man diese nicht zu sehen, da die Beerdigungsformalitäten über den Bestatter laufen. Aber manchmal kommt eben doch ein Dankeschön oder gelegentlich sogar mal ein Blumenstrauß! Diese kleinen Würdigungen ihrer wirklich vielen und gewissenhaften Arbeit machen den Arbeitsalltag schöner.
Für jeden fand die gläubige Christin tröstende Worte am Telefon oder auch schon mal während der Besichtigung von Grabstellen auf dem Friedhof.
Gern zusammengearbeitet hat Edeltraud Nickel auch mit dem Friedhofsausschuss. Dieser Ausschuss ist Teil des Kirchenvorstands und zuständig für die Friedhofsangelegenheiten. Die Zusammenarbeit war kooperativ, sachorientiert und unkompliziert.
Mit dem Ruhestand kommt die Frage, was denn die Zukunft so bringt und wie Edeltraud Nickel ihre freie Zeit verbringen möchte? Zunächst einmal möchte sie bewusst im neuen Lebensabschnitt ankommen. Schön ist, dass sie nun mehr Zeit für ihre beiden zwei- und vierjährigen Enkelsöhne hat.
Auf dem Programm steht auch, dass sie ihre Computerkenntnisse erweitern möchte. Ehrenamtliche Tätigkeiten würde sie gerne übernehmen. Ihr Motto: „Stillstand ist Rückgang!“
Edeltraud Bräunig
Edeltraud Bräunig hat sie sich mit großem Engagement um die Pflege des Friedhofs an der Herforder Straße gekümmert. Man kann sagen: „Niemand kennt den Friedhof und die Gräber so genau wie Edeltraud Bräunig“.
Darüber hinaus leitete sie die Bad Salzufler Frauenhilfe und betreute fast 20 Jahre lang den von ihr mit ins Leben gerufenen „Eine-Welt-Laden“. Auch dem Kirchenvorstand gehrte sie geraume Zeit an.
Ihr großes Engagement wurde jüngst „zivilrechtlich“ mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt (Bericht HIER)
Der Kirchenvorstand wünscht Edeltraud Nickel und Edeltraud Bräunig, dass sie gesund und fröhlich in ihren Ruhestand starten, viele erfüllte Jahre vor sich haben und von Gottes Segen begleitet sind.
