Eindrucksvolle Klangimpressionen bekamen die Zuhörer am Sonntag in der Stadtkirche zu hören: Im Rahmen der Sommerlichen Orgelkonzerte nahm Christina Raschdorf sie auf eine musikalische Reise durch Zeit und Raum. Die junge Detmolder Organistin (Jahrgang 1986) begann mit Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian Bach.
Alles andere als ein bloßes Aufwärmstück: Schon hier wurde deutlich, dass Christina Raschdorf ein außerordentliches Gespür für fließende Rhythmik hat – Präludium und Fuge glitten nur so dahin und ließen die Gedanken »störungsfrei« in dem kleinen Bachschen Kunstwerk mitschwimmen.
Nach einem Ausflug in die Renaissance mit einem »Ricercare arioso« von Andrea Gabrieli, den »Litanies« des nur 29 Jahre alt gewordenen Jehan Alain (1911-1940) und dem »Tientode 2 Tono por Gesolreut, sobre la Letania de la Virgen« (Pablo Bruna, 1611-1679) entwickelte sich das große Finale mit der »Sonata erioca« des Begiers Joseph Jongen (1873-1953).
Vor allem hier, aber auch in den anderen Stücken nutzte Christina Raschdorf die Möglichkeiten der Steinmann-Orgel voll aus, überzeugte mit fantasiereicher Registrierung und hatte auch keine Angst vor dem »Tutti« und den clusterartigen Akkorden des Belgiers Jongen, die tiefen Eindruck hinterließen. Zwischen den Stücken trug Sonja Schleiff Texte vor.
Christina Raschdorf, die in Helpup eine Orgelstelle hat, begann 2006 das Studium der Kirchenmusik an der Musikhochschule in Detmold in der Orgelklasse von Prof. Tomasz A. Nowak. Verschiedene Meisterkurse bei Michael Belotti und Michael Radulescu ergänzten die künstlerische Ausbildung. Zurzeit befindet sie sich im Masterstudium Kirchenmusik, das sie mit dem A-Examen abschließen wird.
